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21. Januar 2020

Die Letzten setzen sich gegen die Ersten durch

Luftpistolen Gauoberliga einmal komplett andersrum

Landkreis – Dass ein Außenseiter überraschend gegen den Tabellenführer gewinnt, gibt es auch bei den Sportschützen ab und an. Was jedoch in der siebten Wettkampfrunde der Luftpistolenprofis in der Gauoberliga stattgefunden hat, ist ein völliges Novum: Die drei letzten Mannschaften in der Tabelle haben jeweils gegen eines der drei führenden Teams geschossen und alle gingen sie als Sieger vom Stand!
So hatte die erste Saisonklatsche für die bisher ungeschlagene SG 1809 Grafing (1418 zu 1387 in Gsprait) noch nicht einmal Auswirkungen im Titelrennen: Diana Lorenzenberg, erster Verfolger der Bärenstädter, unterlag zeitgleich den Gästen der SG Egmating (1394 zu 1402). Für die Frohsinnschützen der zweite Saisonsieg, für Diana das Signal, das Titelrennen wahrscheinlich abzuhaken. Das erste Mal in dieser Saison gewann Königseiche Moosach ein GOL Duell: Die Gäste aus Tulling strichen beim 1416 zu 1391 die Segel. Die Grafinger Meisterschaft ist nur dann gefährdet, wenn in den verbleibenden drei Wettkämpfen weiterhin Stammkräfte ersetzt werden müssen. Durch den Einsatz von Ersatzaktiven in den beiden vergangenen Runden sank der Schnitt von ehemals 1436 auf nunmehr nur noch 1423 Ringe. Damit ist für Grafing die Chance auf einen der raren Aufstiegsplätze in den Bezirk stark geschrumpft. Die Siege von Egmating und Moosach kommen wohl schon zu spät, um die Liga letztlich noch zu halten. Mit seinen 370 Ringen im Einzel war Gusti Spötzl nicht nur ringbester Einzelschütze, die Gefahr auf einen der beiden Abstiegsplätze abzurutschen, dürfte seine zweitplatzierten Dianaschützen eigentlich nicht mehr betreffen – obwohl in dieser Liga gerade wieder alles möglich scheint.
„Sekt in den Kühlschrank“ wäre für Poing 2 eine passende Option. Bei noch sechs zu vergebenden Punkten und genau so vielen Zählern Vorsprung sollte dem Aufstieg nichts mehr im Weg stehen. Nach dem 1374 zu 1382 Auswärtssieg der Hubertusreserve bei Parsdorf 3 steht auch noch ein Vorsprung von durchschnittlich 20 Ringen zum Verfolger Adler Kirchseeon auf dem Konto. Ein überraschendes Scheitern im Gauliga 1 Titelkampf ist also fast nicht mehr möglich. Dabei hatten die Adler diesmal fünf Ringe mehr in der Endabrechnung, als es bei Ottersberg 1 mit 1377 zu 1387 Ringen „klingelte“. Zur gleichen Zeit sorgte ein 1387 zu 1349 Erfolg über Edelweiß Zorneding für ein tiefes Durchatmen bei den vier Schützen der ZSG Forstinning. Vier Punkte Abstand zum Abstiegsplatz sind eine gute Nachricht. Die Zornedinger Niederlage konnte auch Hubert Hollerith mit seinem Bestwert (362) nicht verhindern.
Während sich die Parsdorfer Dritte in der Gauliga 1 derzeit mit dem Abstiegsgespenst balgt, ist die Zweite in der parallelen Gauliga 2 am anderen Tabellenende zu finden: 14:0 Punkte, zuletzt ein 1351 zu 1383 bei den vier Bruckhofer Pistolenschützen. Wenn es nach Anderas Habermayer (360) geht, kann die Oberliga ruhig kommen. Schützenheil Steinhöring könnte noch zum Spielverderber werden denn nach einem 1365 zu 1374 Erfolg bei der SG Berganger-Rohrsdorf ist im Aufstiegskampf theoretisch noch nicht alles verloren. Ingelsberg 2 überholte Sebastiani Ebersberg nach einem minimalen 1375 zu 1374 Heimsieg, damit sind beide Mannschaften auf einer sicheren Position.
Ihren fünf Punkte Vorsprung verteidigte die FSG Markt Schwaben in der A-Klasse 1: Zu Gast bei Edelweiß Kirchseeon 2 gelang ein 1359 zu 1392 Erfolg, Christian Zacherl (361) war wieder Tagesbester. Grafing 3 wahrte mit einem 1342 zu 1377 bei der Ottersberger Reserve zumindest seine Minimalchance. Hohenlinden 2 feierte den dritten Sieg in Folge, nach dem 1333 zu 1379 bei Eglharting 1 ist der Abstieg endgültig kein Thema mehr.
Der erste feststehende Aufsteiger der Saison kommt aus Oberelkofen! Die Adlerhorstschützen fixierten den A-Klasse 2 Titel mit einem 1374 zu 1313 über die Gspraiter Reserve. Da die Burgschützen aus Unterelkofen zeitgleich der Hohenlindener Ersten mit 1346 zu 1376 Ringen unterlagen, ist der Titelkampf entschieden. Spannend wird es nun im Abstiegskampf, denn selbst der momentane Zweite ist noch gefährdet. Tulling 2 rutschte nach einer 1316 zu 1325 Niederlage gegen Egmating 2 vom vierten auf den letzten Platz.
In der B-Klasse wurde bereits die achte Runde ausgetragen und erstmals ist die favorisierte Grafinger Zweite jetzt auf dem Spitzenplatz angekommen. Ein 1360 zu 1323 über Diana Lorenzenberg 2 sorgte für den Führungswechsel, Andreas Berngehrer (Grafing – 357) machte einmal mehr den Unterschied. Glonn 3 hatte das Freilos und konnte nur zusehen. Eglharting 2 gewann beim Schlusslicht Ingelsberg 3 mit 1249 zu 1308 und könnte jetzt zum Zünglein an der Waage werden: Zwei Mannschaften steigen auf, neben Grafing haben derzeit noch Glonn und Lorenzenberg gute Chancen. Hier kommt es heute im direkten Vergleich zur Vorentscheidung. Kirchseeons Reserveadler unterlagen der Ottersberger Nachwuchsmannschaft mit 1254 zu 1287, dann reichten die „jungen Wilden“ jedoch ihr Ergebnis zu spät ein und bekamen prompt einen der gerade errungenen zwei Punkte abgezogen.